Exzerpte.

Zur digitalen Erschließung und Edition einer besonderen Text-Bild- Konstellation am Beispiel Johann Joachim Winckelmanns

Vortragsreihe im Wintersemester 2021/22

Vom Handschriftlichen zum Digitalen. Neue Perspektiven der Edition von Exzerpten und Nachlässen

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojekts der Universität Halle-Wittenberg und der TU Darmstadt wird erstmals die hybride Formation des Exzerpts in den Mittelpunkt eines Digital-Humanities-Vorhabens gestellt. Am Beispiel von Johann Joachim Winckelmanns Gedancken über die Nachahmung (1755/56) und den ihnen zugrundeliegenden umfangreichen Exzerpten widmet sich das Projekt einer Lese- und Schreibtechnik, deren Bedeutung für die neuzeitliche Wissensproduktion und Theoriebildung, aber auch für zentrale Fragen der Autorschaft bislang nicht angemessen gewürdigt worden ist. Langfristiges Ziel des literaturwissenschaftliche und informatische Fragestellungen miteinander verbindenden Projekts ist die Schaffung eines nachhaltigen Portals, das sowohl ein Repositorium von Exzerptbeständen bildet als auch Möglichkeiten der digitalen Edition und damit der hermeneutischen Auswertung solcher Dokumente bietet. Erforderlich hierfür ist die Entwicklung einer digitalen Methodik zum Auffinden semantischer Querverbindungen zwischen einer gegebenen Exzerptsammlung, den dafür verwendeten Quellen und einem oder mehreren daraus entstandenen Werken. Gemeinsam mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten möchte die Projektgruppe im Wintersemester 2021/2022 den Perspektiven und Problemen nachgehen, die sich aus der Möglichkeit der digitalen Edition von Exzerpt-, aber auch von anderen Nachlassbeständen ergeben: Wie können digitale Editionen den Weg rekonstruieren bzw. zeigen, der von der gelesenen Quelle zum Exzerpt und dann vom Exzerpt zum ‚neuen‘ Werk führt? Inwiefern können überhaupt die Digital Humanities grundlegende Probleme der Nachlass-Editionen lösen? Die Vortragsreihe findet in Form von Videokonferenzen statt, bei denen die Vortragenden ihre Erfahrungen und Überlegungen zu hermeneutischen, editorischen und technischen Fragen im Bereich der digitalen Nachlass-Editionen präsentieren, um sie im Anschluss daran mit den Teilnehmenden zu diskutieren. Interessierte sind herzlich eingeladen, an den einzelnen Vorträgen teilzunehmen.

Programm

Flyer

Vortragsreihe 2021/22

jeweils Freitag von 10-12 Uhr

  • 29.10.2021
    • Andreas Urs Sommer (Universität Freiburg; Forschungsstelle Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften)
    • Vortragstitel: Nietzsches Bibliothek und Nachlass digital edieren?
  • 26.11.2021
    • Alberto Cevolini (Università di Modena e Reggio Emilia)
      • Vortragstitel: Erinnern und Vergessen aufgrund von Schlagwörtern. Ein Beitrag zur Geschichte der Wissensorganisation
    • Johannes Schmidt / Lena-Luise Stahn (Niklas Luhmann-Archiv, Universität Bielefeld) / (Digital Humanities, Bergische Universität Wuppertal)
      • Vortragstitel: Die Vernetzung der Theorie: die digitale Edition des Luhmann-Nachlasses
  • 14.01.2022
    • Karina van Dalen-Oskam (Huygens Institut - KNAW / Universität Amsterdam)
      • Vortragstitel: Digital textanalysis in search of conventions of literariness
    • Simone Winko (Universität Göttingen)
      • Vortragstitel: Exzerpieren und/als Wertungshandeln. Literaturwissenschaftliche Perspektiven
  • 04.02.2022
    • Frederike Neuber (BBAW, Berlin)
      • Vortragstitel: Daten als Text. Wie wir digitale Editionen lesen und rezipieren (müssten)
    • Philipp Hegel (TU Darmstadt)
      • Vortragstitel: Text als Daten. Annotationen im Medienwechsel